Ontologie,

die Lehre des Seins, wird als Begriff unterschiedlich definiert. Dieses Wort findet man in der Computerterminologie, als auch in der Philosophie.
Für unsere Kinesiologieform kann Ontologie aus zweierlei Blickwinkeln betrachtet werden.

1. Ontologie auf der Erkenntnis-Ebene

2. Ontologie auf der spirituellen Ebene

Die erste Position würde mehr der Deutung in der Computerwelt entsprechen. Das wäre jene Position, wo wir uns mit dem Sein aus einer forschenden, fragenden und analysierenden Haltung heraus beschäftigen. Aus dieser Sichtweise würde das Sein definiert werden als die Abfolge von Ereignissen, die zu einem momentanen Seins-Zustand führen. Die Frage nach dem Warum, nach kausalen Zusammenhängen, nach Ursache und Wirkung und Gesetzmäßigkeiten in Lebensabläufen steht hier im Vordergrund. Dieser Zugang wurde und wird in der Kinesiologie mit dem Hintergrund gepflegt, dass man den Muskeltest als Instrument verstand, das erlaubt, jene Ereignisse auszutesten, die einen Seins-Zustand (aktuelle Umstände, Symptome, etc.) herbeigeführt haben. Mit den daraus gezogenen Rückschlüssen kann man Handlungen begründen, in denen therapeutische oder gesundheitsfördernde Ziele verfolgt werden. Auf dieser Ebene arbeitet der/die KinesiolgIn noch in einer Absicht, die eine gewünschte Verbesserung, ein Bekämpfen von Symptomen, ein Balancieren von Energien, ein Zentrieren der eigenen Persönlichkeit, etc. verfolgt. In dieser Position sieht sich der Mensch in der Verantwortung für das, was geschieht, was gerade ist, was das „Sein“ ausmacht. Daraus resultiert oft ein Impuls, handeln zu müssen, um einen Seins-Zustand zu verändern.

Die zweite Position ist nicht mehr im kausalen Denken verhaftet. Es geht also nicht mehr um die Frage nach dem Warum, hinter der meist die Suche nach Einflussmöglichkeiten steht. Die Lehre des Seins entspricht jetzt mehr einem Eintauchen in das, was jetzt ist. Jene Präsenz, in der alles, was jetzt gerade ist und vom Leben zum Ausdruck gebracht wird in eine Bewusstheit gebracht wird. So kann sich auch das eigene Sein unabhängig von Interpretationen entfalten. Ontologie wird in dieser Position zu einer inneren Haltung, in der es immer mehr gelingt, sein zu lassen, etwas sein zu lassen, sich auf das eigene Sein einzulassen und aus einem Vertrauen heraus, neues Sein manifest werden zu lassen. In der ontologischen Kinesiologie trainieren wir diese Präsenz und vermeiden als PraktikerInnen jene Handlungen aus der ersten Position, die zwar gut gemeint, aber von einem neurotischen, von der Präsenz trennenden Tun schwer abzugrenzen sind. Diesen Zugang in der Kinesiologie nennen wir

Systemisch-ontologische Haltung (SOH)

Günstiges Infoworkshop zum Kennenlernen dieser Haltung am WIFI-Wien: Systemisch-ontologische Haltung

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Grundlegende Gedanken zur und aus der Systemisch-ontologischen Haltung

Ver-antwortung / Eigen-verantwortung

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Symptome

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Gleiche Handlung – unterschiedliche Haltung

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Systemisch-ontologische Haltung – im Leben getragen sein

Als vernünftiger Mensch habe ich gelernt, überlegt zu handeln. Dabei habe ich mich auch auf übernommenes Wissen gestützt, in dem mir vermittelt wurde, was g´scheit oder dumm ist, richtig oder falsch ist. Mit diesem hilfreich gemeinten Vermitteln von Werten wurde mir auch mein Stress gespiegelt, richtig handeln zu müssen, etwas tun zu müssen, entsprechen zu müssen. Meine „Vor-stellung“ vom Leben, wie es funktionieren soll, und welche Rolle ich darin spielen soll, habe ich „da-vor“ gestellt und immer mehr ein Dasein entwickelt, das vielleicht gar nicht so meiner wirklichen Lebendigkeit entspricht. Ich stehe also ständig in einer Auseinandersetzung mit mir selbst und einem Bewusstwerdungsprozess über mein eigentliches Sein. Meine Lebenserfahrungen, die ich als Mensch in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen und der Natur mache, tragen mich in dieser Entwicklung.

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