Aufstellungsarbeit

Being Human Constellation (BHC)

BHC bedient sich – vergleichbar mit Familien- und Systemaufstellungen – des Phänomens, dass eine räumliche Positionierung von Anteilen eines Systems (z.B. Mitglieder innerhalb der Familie, oder Abteilungen eines Betriebes oder einer Organisation) verschiedenste Lebensdynamiken nachvollziehen lassen. Im Gegensatz zu therapeutisch-motivierten Aufstellungen, wird in unseren Seminaren kein Einfluss auf das Geschehen genommen. Wie auch sonst in der systemisch-ontologischen Haltung, darf sein, was ist. Das Leben darf sich ausdrücken und zeigen, wie es ist. Wir stützen uns auf die in der Aufstellung auftauchenden Wahrnehmungen, die wie Energiefelder auf das jeweilige System wirken und ohne äußeres Zutun, neue Strukturen und Beziehungen ins Leben bringen.

Wir nützen Aufstellungsarbeit also als ein Werkzeug, das uns erlaubt, unser eigenes Leben, das sich in großen und kleinen Systemen um uns widerspiegelt, in einer Bewusstheit wahrzunehmen, zu erfahren und auszudrücken.

BHC nährt also, wie der Name Being Human ausdrückt, ein Bewusstsein über folgende Fragen:

  • Was heißt es, Mensch zu sein?
  • Was zeichnet den Menschen aus?
  • Wodurch unterscheidet sich der Mensch von anderen Lebewesen?
  • Welche Lebenskräfte wirken in einem Organismus/System?
  • Wie bringen wir unsere innere Essenz zum Ausdruck?

Das erste Modul des BHC-Lehrganges heißt „Lebenskräfte Aufstellungen“. Dieses bietet sich als eine einfache Möglichkeit an, die der Methode InnerDialogue zugrundeliegende Haltung unverbindlich kennenzulernen, ohne einen längeren Lehrgang buchen zu müssen. Sie werden immer wieder als ein- bis mehrtägige Workshops angeboten und sind offen für alle Menschen, die an einer persönlichen und kollektiven Entwicklung Interesse haben.
Um auch selbst in die Rolle eines Aufstellungsleiters hineinzuwachsen, bietet sich der Lehrgang BHC an. Er vermittelt das nötige Verständnis von Aufstellungsarbeit und systemischen Denken, das Jakob Moreno, Bert Hellinger oder Jirina Prekop praktizierten. Wesentlicher und ergänzender Inhalt in BHC ist das „Life Forces – Modell“, das von Solihin Thom D.O. und Francois Reynolds aus alten Lehren übernommen und erweitert wurde. Dieses Lebenskräftemodell ermöglicht eine bewusste Auseinandersetzung mit jenen Kräften, die in Systemen wirken und in der Aufstellungsarbeit genützt werden.

RepräsentantInnen:

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Für Anteile eines (Familien-)Systems werden in der Aufstellungsarbeit stellvertretende Personen, sog. RepräsentantInnen verwendet. Sie können die Position im jeweiligen System nachempfinden und verbal zum Ausdruck bringen. Oft wird ihre Funktion so interpretiert, als ob ihnen von der aufstellenden Person eine Rolle übergestülpt werden würde und sie diese infolge im eigenen Körper wahrnehmen könnten. Dieses Phänomen bezeichnet man als eigen-resonante Wahrnehmung fremder Dynamiken. Deshalb werden RepräsentantInnen meist nach der Aufstellung aufgefordert, sich zu „entrollen“ und alles „Fremde“ wieder abzulegen.

In BHC vermeidet man, dass RepräsentantInnen mit Personen in Zusammenhang gebracht werden. Sowohl RepräsentantInnen als auch Personen des täglichen Lebens werden nur als Spiegel und Ausdruck von in verschiedene Ebenen eingeteilte Lebenskräfte gesehen. Diese sind Teil jeder Lebensentwicklung, die in Systemen in einer Synchronizität zusammenwirken. Ihre das Wachstum unterstützende und „heilsame“ Qualität kann in der Aufstellung bis zu einem gewissen Grad bewusst gemacht und abgeholt werden. Sie wirkt aus dem und auf das „Ganze“, das umfassende Lebens-System und nicht nur auf das von jener Person, die das Anliegen einbringt. Aufstellende und Repräsentierende profitieren so im gleichen Ausmaß. Sie öffnen sich einer Entwicklung, die aus dieser ontologischen Sicht viel größer ist, als das betrachtete System. In diesem Blickwinkel wächst ein Verständnis über Lebensabläufe, das durch eine Suche nach Ursachen und Verursachern, sowie nach Lösungsansätzen erschwert werden würde.

Aufstellungsthemen:

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Anlass für ein Aufstellung ist meist ein persönliches Anliegen, welches als Problem gesehen wird, als Thema, in das Klarheit hineinkommen soll. Erfahrungsgemäß zeigt sich in BHCs, dass diese Themen immer Teil einer größeren Lebensdynamik sind, in der sich viele Entwicklungsprozesse in einer Synchronizität finden. Aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet, sind jene Menschen, die ein Anliegen formulieren gerade Teil einer komplexen Dynamik, mit der sie in Resonanz treten, die durch sie „personiert“. Diese sein zu lassen gelingt leichter, wenn wir uns damit nicht identifizieren, sondern eher als Resonanzkörper betrachten. Wir sind somit in einer Lebendigkeit getragen, die sowohl unsere Persönlichkeit, als auch das umgebende System (Familie, Organisation) entfalten lässt. Dieser Blickwinkel relativiert die Bedeutung des ursprünglichen Aufstellungsthemas und lässt den Nutzen für das gesamte System erkennen; also alle Beteiligten: Aufstellende, Repräsentierende und Beobachtende.